Vorstellungsgespräche meistern

Einen guten Mitarbeiter für den Betrieb zu gewinnen wird immer schwieriger. Der Fachkräftemangel stellt Meister vor eine Herausforderungen. Es ist ein Handwerk für sich, unter den immer weniger werdenden Bewerbern, einen für sich zu gewinnen. Gerade aus diesem Grund sollte die Bewerbungsgesprächsvorbereitung einen hohen Stellenwert haben. In diesem Artikel zeigen wir Meistern und Geschäftsführer/innen, wie man Vorstellungsgespräche meistert

Ein Handwerksbetrieb sucht einen Bodenleger, Maler oder Maurer. Bewerbungen trudeln ein und der passende Bewerber ist scheinbar dabei, was nun? Zunächst sollte man diesen näher kennenlernen und prüfen, wie gut er in das Unternehmen passt. Dafür ist ein Vorstellungsgespräch von Nöten.

Die Chemie muss stimmen

Gute Vorstellungsgespräche sind jedoch alles andere, als bloßes Abarbeiten eines Fragebogens. Es geht nicht darum, den Bewerber mit vielen Fragen zu überfordern. Denn ob die Chemie stimmt und die Eignung da ist, ist mit ein paar Fragen geklärt. Viel mehr will man ihm den Betrieb schmackhaft präsentieren. Er soll von sich aus das Gefühl bekommen: Hier will ich zukünftig mein Herzblut investieren. Damit dieses Gefühl ausgelöst wird, gibt es einige Dinge zu beachten.

Bevor es an das Eingemachte geht, sollte man sich die allgemeine Situation vor Augen halten: Die Handwerkskunst profitiert von jedem einzelnen Bewerber. Diesen zu verlieren, wäre ein schwerer Verlust für die Branche und das Unternehmen. Verbildlicht man sich die Situation, kann man den Bewerber mit einem wertvollen Fang gleichsetzen. Der Arbeitsmarkt entspricht hierbei einem überfischten Gewässer. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass der wertvolle Fang in dem Netz bleibt und an Land zu ziehen. Der erste Schritt ist das Überprüfen vom Vorstellungsraum.

Bis ins kleinste Detail

Im Idealfall betritt der Bewerber einen einladenden Raum, in der er sich wohlfühlt und bereit ist sich zu öffnen.Dies ermöglicht man ihm, in dem man auf jedes kleinste Detail im Empfangsraum achtet. Je öfter man sich in einem Raum aufhält, desto schneller verliert man das Bewusstsein für ihn und die vorhandenen Details. Eine Checkliste hilft einem, stets den Überblick zu bewahren. Alles zu Erledigende ist Auf Papier festgehalten und kann Schritt für Schritt abgearbeitet werden. Folgende Frage ist immer im Hinterkopf zu behalten :

„Wie wirkt der Raum auf den Bewerber?“

Die Wohlfühlatmosphäre

Eine Wohlfühlatmosphäre ist der Grundbaustein für eine positive, offene und auskunftsfreudige Stimmung. Die Checkliste hilft dabei, solch eine Atmosphäre zu schaffen. Die Checkliste sollte man hierbei aus der Sicht des Bewerbers betrachten. Dafür bietet das Feedback von Kollegen und Mitarbeitern eine wertvolle Optimierungschance.

Der erste Eindruck zählt

In dem Bewerbungsgespräch hat man nur diese eine Chance, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Aus diesem Grund darf man keine Chancen auslassen, die eigenes Engagement erfordern. Es fängt bei sich selbst an. Ein Blick in den Spiegel hilft, um sich vor Augen zu halten, ob das Gesamtpaket stimmt.
Wichtige Aspekte sind zum Beispiel:

  • Sauberes Hemd
  • Gepflegte Frisur
  • Wirksamkeit des Deos

Das Hauptaugenmerk gilt jedoch der Gesamtausstrahlung. Eine positive Ausstrahlung ist das A und O. Ein Lächeln strahlt am einfachsten Positivität aus. Dieser Tipp hilft beim Aneignen eines ansteckenden Lächelns.

Praxistipp:
Eine kurze Übung mit dem Bleistift zwischen Oberlippe und Nase sorgt für eine positive Ausstrahlung. Bitte vor dem Spiegel ausprobieren. Das Gehirn merkt sich die Mundwinkelposition. Jetzt dem Bewerber strah- lend die Türe öffnen und in ein positives Gespräch starten!

 

Fragen über Fragen

Der Ton macht die Musik. Es ist sehr wichtig, dem Bewerber angebrachte Fragen zu stellen. Gespräche im Handwerk, die man während der Arbeit „einschiebt“, sind völlig anders als ausführliche Bewerbungsgespräche. Große Betrieben haben den Vorteil extra spezialisierte Abteilungen für Bewerbungsgespräche zu haben. Diese sind professionalisiert und behalten stets den rechtlichen Rahmen der Fragen im Überblick.

Deshalb sollte ein Anwalt sollte die Fragen absegnen, um auf der sicheren Seite zu sein. Beispielsweise muss der Bewerber die Frage: „Rauchen Sie?“ nur dann beantworten, wenn sie dazu dient, Arbeitsrisiken, die damit einhergehen einzukalkulieren. Die folgende Checkliste hilft auf die Sprünge, was die Fragenformulierung angeht.

Tipps für die Praxis

Umso ausführlichere Informationen man dem Bewerber von sich und dem Unternehmen gibt, desto besser wird sein Bild von dem Arbeitsumfeld und seiner Position. Das Ziel ist es, den Bewerber ohne Fragezeichen auf dem Kopf zu verabschieden. Bei falschen Versprechungen oder Informationen tritt der Interessent die Arbeit unter falschen Erwartungen an.

Zukünftige Demotivation und verminderte Leistung ist damit vorprogrammiert. Den Bewerber vor Interviewbeginn nach seiner bisherigen Laufbahn zu fragen ist eine gute Eröffnung. Im Laufe der Ausführung des Bewerbers können nämlich Notizen gemacht werden und auf konkrete Fragen im Anschluss vertieft werden. Wenn all die zuvor erwähnten Dinge für ein Bewerbungsgespräch beachtet wurden, steht einer zukünftigen und erfolgreichen Zusammenarbeit nichts mehr im Weg.

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