Heute wegen gestern geschlossen

Für uns ist es längst Normalität, alles auf Abruf zu erhalten. Sei es das reduzierte Oberteil, die Pizza für einen entspannten Filmabend oder die Lieblingsserie. Alles muss schnell und auf Abruf erhältlich sein! Leider kann unser „on-demand“ Bedürfnis nicht in allen Bereichen befriedigt werden. Schaut man sich Handwerksunternehmer an, wird sehr deutlich, dass „on-demand“ oft nur eine Wunschvorstellung ist.

Die Handwerksunternehmen unserer Zeit stehen vor einer Herausforderung. Der Wunsch nach guter Handwerksleistung steigt stetig. Die Anzahl der Fachkräfte hingegen sinkt drastisch. Der Konflikt ist vorprogrammiert. Aber was treibt diesen Konflikt voran?

Lieferst Du auch am selben Tag?

Zum einem ist es die Wunschvorstellung oder Erwartungshaltung der Kunden. Diese nehmen den Internethandel als Zeitmaßstab. Dort bekommt man fast alles schon am nächsten Tag. Warum dann auch nicht Handwerker Waren? Genau darin besteht die Fehleinschätzung. Handwerker müssen oftmals Unikate eigens produzieren. Diese erfordern aufwendigen Rechnungen und extra angefragte Sonderteile. Nicht nur der Zeitmaßstab fordert die Handwerker heraus. Es ist auch das damit verbundene Erbringen der Leistung. Die moderne Technik ermöglicht neue Wege der virtuellen Darstellung.

Kunden wollen längst nicht mehr 3D-Planung und Visualisierung verzichten. Dinge die früher unvorstellbar gewesen sind, sind jetzt längst Voraussetzung.

Lasermessgerät statt Metermaß

Um solchen Anforderungen gerecht zu werden sind qualifizierte Fachkräfte unerlässlich. Die wertvollste Qualifikation hierbei ist es, sich stets dem Wandel der Gesellschaft zu stellen und anpassungsfähig zu sein. Das heißt konkret: Anstatt das Metermaß für die Vermessung zu nutzen, greift man jetzt zum Lasermessgerät und Smartphone. Der gesellschaftliche Wandel beeinflusst aber nicht nur den Handwerker. Die Auftragssuche der Kunden verändert sich grundlegend. Die Kunden selektieren online durch Technik den „perfekten Handwerker“. Netzwerke stellen das Qualifikationsprofil des Handwerkers attraktiv dar. Damit entspricht dieser der Wunschvorstellung des Kunden. Der oben beschriebene Konflikt entsteht aber erst durch den Fachkräftemangel.

Der Wandel zwingt uns im Handwerk zu Veränderungen, ob wir es wollen oder nicht. Die Frage ist nur: Sind wir auf Veränderungen eingestellt und treffen alle nötigen Maßnahmen, um richtig darauf zu antworten?

Eine globale Talentknappheit

Die Zahlen könnten nicht aussagekräftiger und erschreckender sein. Aus einer Studie hat sich Folgendes ergeben: Bis zum Jahr 2030 droht uns eine Lücke von 10 Millionen Erwerbstätigen. Diese Lücke beeinträchtigt mittelständische Unternehmen enorm. Aufgrund der fehlenden Fachkräfte lassen wir uns 30 Millionen Euro Umsatz entgehen. Dies ist ein existenzielles Risiko für Deutschlands Handwerksbetriebe.

Um dem entgegenzuwirken, braucht jedes Unternehmen, wenn nicht sogar jedes Land, eine neue Personalstrategie. Den Handwerkern kommt hier zugute, dass sie unersetzbar sind. Roboter stoßen nämlich bei der Handwerkskunst an ihre Grenzen. Sie beteiligen sich zwar schon an fast allen Prozessen der Menschen, doch an der Handwerkskunst werden sie noch einige Zeit scheitern. So bleibt die Wertschätzung der Gesellschaft für Handwerkskunst stets aufrecht.

Eine dramatische Umstrukturierung

Aufgrund dieser gesellschaftlichen Stellung des Handwerks waren die Bewerber immer zahlreich vorhanden. Unternehmen konnten aus den Unzähligen Bewerbern, den passenden auswählen. Doch der Wandel verändert das grundlegend. Die wenigen Bewerber, die es noch gibt suchen sich selbst den Betrieb aus. Es ist völlig neu für das Handwerk, sich um den Nachwuchs selbst zu kümmern.

Um den Bewerbern das Handwerk attraktiv zu machen, ist eine Imagepflege von Nöten. Das Bild von Pumuckl, welches die meisten mit dem Handwerk assoziieren muss ausgetauscht werden. Vielmehr soll man an Hochtechnisierung und CNC Maschinen denken, sobald der Begriff „Handwerk“ fällt. Stellenanzeigen müssen dem modernen Zeitgeist entsprechen und dürfen nicht abschrecken. Sonst drohen dauerhaft geschlossene Betriebe.

Es gibt aber noch weitaus attraktivere Möglichkeiten, das Handwerk den jüngeren näherzubringen. Zum Beispiel durch Sport.

Talentsuche auf dem Sportplatz

Nimmt man Mannschaftssportler genauer unter die Lupe, erkennt man ihre Gemeinsamkeiten ziemlich schnell. Sie sind:

  • Ehrgeizig
  • Ausdauerfähig
  • Trainingsbereit

und verfügen über ein besonderes Maß an Selbstmotivation.

All diese Qualitäten braucht man im Handwerk. Die logische Schlussfolgerung ist, dass man auf Sportplätzen auf Talentsuche geht. Die Möglichkeiten sind hierbei vielfältig. Man könnte zur klassischen Plakatwerbung und Bandenwerbung greifen. Entscheidet man sich dafür, sollte man die Ansprache und Gestaltung an die Zielgruppe anpassen. Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit, die viel mehr Aufmerksamkeit generiert.

Die Trikotfinanzierung bietet sich optimal an, um ein Event daraus zu machen. Wichtig ist, dass die Öffentlichkeit von Anfang ein Teil des Events ist und darin involviert ist. Konkret bedeutet dies, dass man die Übergabe der Trikots in der Firma veranstaltet. Die Spieler sollte man zur sozialen Medien Nutzung animieren, damit sie das ganze Event online dokumentieren. So erfahren viele Leute von dem Event und werden darauf Aufmerksam. Diese Aufmerksamkeit ist genau das richtige, um von einer jüngeren Zielgruppe wahrgenommen zu werden.

Zusätzlich kann man sich bei einem Turnier mit einem Stand präsentieren. Ganz nach dem Motto: Wenn die Sportler nicht zu dir kommen, dann geh ihnen entgegen! Ein guter Slogan sollte noch für die den nötigen Blickfang sorgen. Und schon bindet man Teamplayer als die Handwerker von Morgen an sich.